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Was ist Positive Psychologie?

# Bettina Hantmann-Willmes

 

 

 „Positive Psychology is the scientific study of what enables individuals and communities to thrive” (IPPA mission statement)

 

Positive Psychologie ist die wissenschaftliche Untersuchung dessen, was es Individuen und Gesellschaften ermöglicht, aufzublühen. Positive Aspekte des menschlichen Lebens (Charakterstärken, Tugenden, Talente) werden untersucht, ebenso Grundlagen eines „guten Lebens“, Bedingungen für Wohlbefinden, Determinanten für (Lebens-) Zufriedenheit und positive Emotionen.

 

Die Positive Psychologie entwickelt Interventionen für psychisch gesunde Menschen,

die deren Lebenszufriedenheit erhalten oder steigern können.

 

Bis 1998 untersuchte die Psychologie schwerpunktmäßig, warum Menschen Probleme

haben und wie man sie dabei unterstützen kann, wieder „zu funktionieren“.

Die Frage, was im Leben gut läuft, wurde eher vernachlässigt.

 

Martin Seligman rief in seiner Antrittsrede als Präsident der American Psychological

Association 1998 dazu auf, nicht nur die Abweichungen „nach unten“, sondern auch

die positiven Abweichungen, Zufriedenheit, Wohlbefinden, Stärken, Talente und

Tugenden in den Blick zu nehmen und so die psychologische Forschung zu komplettieren.

 

Die Positive Psychologie unterscheidet zwischen „functioning“, dem reinen „Funktionieren“

von Menschen und „flourishing“, dem „Aufblühen“, ein Zustand, in dem ein Mensch Glück

und Wohlbefinden erlebt. Ein Mensch, der aufblüht, hat Zugang zu seinen Ressourcen,

öffnet sich, ist aufnahme- und lernbereit.

 

Positive Psychologie befasst sich zunächst mit der Frage, was Menschen glücklich macht

und was glückliche von weniger glücklichen Menschen unterscheidet.

 

Dabei unterscheidet man:

Hedonistisches Glück: den Moment genießen, auskosten

Eudaimonisches Glück: Zufriedenheit mit sich selbst und dem Leben,

das Gefühl, seine Stärken und Ziele zu kennen